Tagesweg im Modell 3 m

Als zweitinnerster Planet ist Venus etwa 108 Mio. km (0.72 AE) von der Sonne entfernt und hat einen Durchmesser von 12.104 km. In 225 Erdentagen umrundet sie unser Zentralgestirn auf einer fast kreisförmigen Bahn. Sie dreht sich dabei in 243 Tagen einmal um die eigene Achse, wobei der Drehsinn dem aller anderen Planeten entgegengesetzt ist (retrograde Rotation). Dadurch dauert es auf der Venus von einem Sonnenaufgang zum nächsten 117 Erdentage. Wegen der geringen Eigenrotation gibt es kein Magnetfeld. Unser innerer Nachbarplanet wurde bisher von mehr als 20 Raumsonden erforscht, deren erste „Mariner 2“ im Jahr 1962 war. Die Venusoberfläche, auf der auch schon unbemannte Raumfahrzeuge (Venera, 1975) gelandet sind, ist mit etwa ist mit etwa 500°C sehr heiß. In der Atmosphäre gibt es nur wenig Wasserdampf, dafür aber Tröpfchen aus Schwefelsäure und schwefeliger Säure. Die unwirtlich hohen Temperaturen kommen durch den hohen Anteil von Kohlendioxid zustande, der einen enormen Treibhauseffekt erzeugt. Ein Bruchteil davon würde die Erdatmosphäre unbewohnbar machen. Wegen der großen Dichte der Atmosphäre herrscht an der Oberfläche unseres inneren Nachbarn ein ebenso hoher Druck (ca. 90 bar), wie er auf der Erde in 1000 m Meerestiefe besteht. Das Innere des Planeten ist ähnlich der Erde. Vulkanismus ist ein entscheidender Faktor für die Gestaltung der Oberfläche. Es gibt einige Einschlagkrater, die aber alle groß sind, da kleinere Körper in der dichten Atmosphäre verglühen. Eine dicke Wolkenschicht verbirgt die Venus- Oberfläche für die irdischen Fernrohre, in denen sie wie der Erdenmond Phasen von einer dünnen Sichel bis zu einer fast runder Scheibe zeigt. Ein Trabant wurde durch Cassini (1625 - 1712) vermutet, aber bisher stellten sich alle vermutlichen Venusbegleiter (von deutschen Astronomen „Kleinchen“ genannt) als Asteroiden heraus, die zufällig ihre Bahn kreuzten. Derzeit kommt es abwechselnd 105,5 und 121,5 Jahre zu einem Venustransitpaar, im Abstand von genau 8 Jahren, wodurch sich ein Rhythmus von 243 Jahren ergibt. Der Planet schiebt sich dabei etwa 6 Stunden lang zwischen Erde und Sonne. Das blutjunge englische Astro- Genie Jeremiah Horrocks hat für den 4. 12. 1639 erstmals einen Venustransit vorausberechnet, beobachtet und mit ergreifenden Worten geschildert. Das seltene Schauspiel, dass Venus vor der Sonnenscheibe hindurchgeht, wiederholt sich für uns sichtbar am Vormittag des 8. Juni 2004.

Als hellster Himmelskörper nach Sonne und Mond war Venus und ihre Sichtbarkeits- Periode seit jeher den sternkundigen Menschen bekannt. Venus kann, wie auch Merkur, sowohl als Abendstern als auch als Morgenstern erscheinen, je nachdem ob Venus gerade „hinter“ oder „vor“ der Sonne aus dem vom Sonnenlicht überstrahlten Himmelsbereich heraustritt. Danach ist Venus jeweils etwa 269 Tage (9 Monate) lang sichtbar. Ebenso lange dauert eine Schwangerschaftsperiode beim Menschen. Deshalb wurde Venus in den meisten alten Kulturen zur Göttin der geschlechtlichen Liebe, weil sie als himmlische Leuchte diesen Zyklus begleitet und dafür ein Zeitmaß bietet. Vom ersten Erscheinen als Morgenstern (lat. lucifer = Lichtbringer) bis zum nächsten braucht Venus 584 Erdentage. In fünf dieser Perioden vergehen fast genau 8 Jahre bzw. 99 Mondmonate, was sich in vielen alten Kalendern und Mythen niederschlug. Aus diesen kommensurablen Perioden von Sonne, Mond und Venus ergibt sich, dass etwa alle acht Jahre diese drei Himmelskörper an denselben Stellen am Himmel stehen. (584 x 5 = 365 x 8 = 2920 ~ 29.5 x 99). Die fünf Positionen am Beginn jeder Periode von Venus ergeben am Tierkreis ein Pentagramm, auch Drudenfuß genannt. Der griechische Dichter Hesiod erklärt Herkunft und Name der Aphrodite folgendermaßen: Einst wollte Kronos/Saturn die Weltherrschaft übernehmen. Er entmannte seinen Vater Uranos/Caelus und schleuderte dessen Genitalien ins Meer. Aus diesem Schaum (griech.: aphròs) erstand Aphrodite/Venus, die Schaumgeborene. Ihr Gatte war Hephaistos/Vulcanus, der sagenhafte Schmied, der wertvolle Waffen und Geräte schuf, darunter auch eine riesige Mühle. Die Liebesgöttin betrog ihn häufig, auch mit Ares/Mars, woraus der männliche Gott der Geschlechtlichkeit, Eros/Amor, entstand. Der Monat April soll seinen Namen von Aphrodite haben, doch könnte er auch vom lateinischen Wort aprire (öffnen) herrühren.
Der Planet Venus geweihte Wochentag ist der Freitag, auf italienisch venerdi, englisch Friday. Freya, Isis, Ishtar, Earandel und Jubar sind einige weitere mythologische Namen der ihr entsprechenden Gottheit.