Tagesweg im Modell 0,58 m

Von der Sonne her gezählt ist er der 7. Planet, und gehört wie Jupiter, Saturn und Neptun zu den Gasplaneten. Seine Atmosphäre besteht zu 83% aus Wasserstoff, zu 15% aus Helium und zu 2% aus Methan  und anderen molekularen Verbindungen. In seinem Inneren befindet sich ein relativ großer fester Silikat/Eisen-Kern, den ein Mantel aus gefrorenen Substanzen (Wasser, Methan, etc.) umgibt. Uranus zählt nicht zu den klassischen Planeten, da seine Existenz in der Antike nicht bekannt war, obwohl er mit freiem Auge bei guten Sichtverhältnissen gerade noch erkennbar ist. Sein Durchmesser beträgt 51.118 km, seine Entfernung von der Sonne 19.18 AE und seine Masse etwa das 15-fache der Erde. Auf seiner annähernd kreisförmigen Bahn, die nur 0.77° gegen die Ekliptik geneigt ist, umrundet er die Sonne in 84 Jahren und rotiert dabei alle 17.9 Stunden einmal um die eigene Achse. Diese liegt fast in der Ekliptikebene (97° Neigung zur Polachse der Ekliptik), wodurch Uranus quasi auf seiner Bahn "dahinrollt" und wir auf der Erde zeitweise senkrecht auf einen seiner Pole und das schwache Ringsystem blicken. (Bild). Die Ringe befinden sich in der Äquatorebene des Planeten und bestehen aus Partikeln mit Größen ab feinen Staubteilchen bis zu Brocken mit etwa 10 m. Um das Jahr 2007 wird in dieser Ebene auch die Sonne liegen, was bedeutet, dass auf Uranus die Tag und Nachtgleiche eintritt. Danach wird die derzeit der Sonne abgewandte Polkappe zunehmend von ihr bestrahlt werden, wodurch man den irdischen Jahreszeiten entsprechende, wetterähnliche Phänomene auf der mit Wolken bedeckten Oberfläche des Planeten zu beobachten hofft. Im Fernrohr erscheint Uranus als grün-blaues Scheibchen, wobei seine Ringe unsichtbar bleiben. Das Magnetfeld des Uranus ist ungewöhnlicherweise um etwa 60° zur Rotationsachse des Planeten verschoben. Im Abstand von 50.000 bis 17 Mio. km begleiten Uranus 21 bisher bekannte Monde in der Größe von 13 bis 1600 km. Deren Anzahl kann sich aber durch weitere Beobachtungen wohl noch erhöhen. Die beiden größten Monde heißen Titania und Oberon und sind etwa ½ Mio. km vom Planeten entfernt. Der Sonde Voyager 2 (1986) und dem Hubble Weltraum Teleskop (HST) verdanken wir die meisten jüngeren Erkenntnisse über Uranus, seine Monde und sein Ringsystem.

Die Entdeckung des Uranus füllt ein eigenes spannendes Kapitel der neuzeitlichen Astronomiegeschichte. Er findet sich als katalogisierter Fixstern erstmals bereits auf einer Sternkarte von Flamsteed (1690) und war als vermuteter Fixstern von Bradley, Mayer und Lemonnier beobachtet worden, wie sich aus deren Fixsterntafeln ersehen lässt und wie Leverrier 1846 nachträglich erkannte. Seine erstmalige Enttarnung erfolgte durch William Herschel, der ihn am 13. März 1781 im Sternbild Zwillinge beobachtete, ihn aber vorerst als Kometen einschätzte und ihm den Namen „Georgium Sidus“ zu Ehren des englischen Königs George III. gab. Durch weitere Beobachtungen und Bahnberechnungen u.a. durch Zach, Gauss und Bode stellte sich seine wahre Identität heraus, und er erhielt um 1850 von Bode den Namen Uranus, der sich aus der griechischen Mythologie herleitet. Herschel entdeckte auch die beiden großen Monde Titania und Oberon, die wie einige weitere Monde nach Charakteren aus „Ein Sommernachtstraum“ benannt sind, in dem Shakespeare einen antiken Mythenstoff aufgriff.

Im alten Griechenland galt Uranos als der Vater der Titanen, deren bekannteste Vertreter Kronos/Saturn und Prometheus waren. Uranos selbst, so erzählt der Mythos, wurde durch die breitbrüstige Erde geboren, als noch Chaos herrschte. Sie brachte aus sich Uranos, den Himmel, hervor, damit er sie umgebe und somit die Götter im Himmel einen festen Wohnsitz fänden. Als grausamer Vater verstieß er seine Kinder jedoch in tiefe Schluchten, bis schließlich Kronos sich an ihm rächte, ihm seine Mannbarkeit entriss und in das Meer warf, aus dessen Schaum dann Aphrodite/Venus erstand. Der Anfang des Vater-Sohn Konflikts, der auch als Generationenkonflikt immer wieder in der Menschheitsgeschichte aufflammt, scheint somit schon in diesem himmlischen Schöpfungsmythos enthalten. Etymologisch verwandt ist der Planetenname auch mit Orion, dem markantesten Sternbild am Himmelsäquator und Urania, der griechischen Muse der Sternkunde.

Uranus und sein Ringsystem
Bild: Uranus und sein Ringsystem