Tagesweg im Modell 0.46 m

Er gleicht in vielen Eigenschaften seinem Nachbarn Uranus. Als von der Sonne aus gesehen 8. Planet ist Neptun der kleinste und äußerste der Gasplaneten. Seine Atmosphäre mit Winden, die mehr als 1000 km/h erreichen können, besteht überwiegend aus Wasserstoff. Daneben gibt es auch noch große Anteile von Helium und Spuren von Methan, welches in gefrorenem Zustand
Wolken bildet. Beim Vorbeiflug der Raumsonde Voyager beobachtete man 1989 einen wirbelartigen markanten „großen dunklen Fleck“, der zumindest einige Monate stabil war und an jenen des Jupiter erinnerte. Der Durchmesser des Neptun beträgt 49.424 km, seine mittlere Entfernung von der Sonne 30,1 AE, und seine Masse erreicht etwa das 17-fache der Erde. Auf seiner fast kreisförmigen Bahn (nur die Venusbahn ist noch weniger exzentrisch) umrundet er die Sonne in 165 Jahren und rotiert dabei, etwa 30° zum Ekliptikpol geneigt, in 16 Stunden um die eigene Achse. Ein Eismantel umgibt einen festen Kern aus Eisen und Silikaten. Von diesem nimmt man an, dass er sogar noch erheblich größer als der Kern des Uranus ist, weil Neptun trotz eines geringeren Durchmessers mehr Masse als sein Nachbar besitzt.. Neptun hat eine mittlere effektive Temperatur von -214°C und strahlt im Gegensatz zu Uranus viel mehr (2,6 mal so viel) Energie ab, als er von der Sonne empfängt. Sein Magnetfeld ist schwächer als bei den anderen großen Planeten, wobei es mit 47° eine ähnlichgroße Neigung gegenüber der Rotationsachse aufweist, wie man sie schon beim inneren Nachbarn findet.
Neptun besitzt 8 bekannte Monde: Sieben kleine ab etwa 50 bis 400 km Größe und Triton, der mit 2700 km Durchmesser dem Erdtrabanten vergleichbar ist. Jener umrundet im Abstand von 355.000 km retrograd den Planeten, was vermuten lässt, dass es sich um einen eingefangenen Asteroiden handelt. Neue Bilder von Triton zeigen Spuren von Vulkanismus aus jüngerer Zeit. Auch Neptun besitzt ein System von sehr schwachen Ringen, von denen einer die Struktur einer geflochtenen Kordel aufweist. In irdischen Fernrohren, in denen sich Neptun als winziges grün-blaues Scheibchen zeigt, sind die Ringe jedoch nicht zu erkennen.
Die meisten neueren Erkenntnisse über den Gasriesen verdanken wir der so erfolgreichen Voyager 2 Mission, die ihn im August 1989 passierte (drei Jahre nach dem Vorbeiflug der Sonde an Uranus), und dem Hubble Weltraum Teleskop (HST).
Die Geschichte seiner Entdeckung klingt noch spannender als die des Uranus, denn es gibt die Vermutung, dass Galilei schon 1613 bei einer Jupiterbeobachtung Neptun kurz sah, ihn aber allerdings als Fixstern identifizierte und beschrieb. Mehr als 200 Jahre später berechneten und diskutierten der Brite Adams und der Franzose Leverrier die Unregelmäßigkeiten in der Bahn des Uranus, wobei sie die entsprechenden Störungen einem damals unbekannten Planeten zuschrieben. Bei der Suche nach ihm bediente man sich auch der Titius-Bode-Regel, einem mehr oder weniger zufälligen mathematischen Zusammenhang, der die Abstände der großen Körper im Sonnensystem beschreibt. Und man wurde damit sogar fündig. Ein internationales Wettrennen um den neuen Planeten war inzwischen entstanden. Mit Hilfe der Berechnungen Leverriers und genauer Himmelskarten suchte der Deutsche Galle, assistiert vom Dänen d’Arrest auf der Berliner Sternwarte den Himmel ab, als der Gehilfe ausrief, „dieser Stern ist nicht auf der Karte“ und Neptun damit im Sept. 1846 entdeckt war. Nur wenige Wochen danach fand der Brite Lassel auch den Neptunmond Triton.

Seinen Namen, über dessen Vergaberecht heftig gestritten wurde, verdankt der Planet dem römischen Meeresgott, dessen griechisches Äquivalent Poseidon ist. Als ein Sohn von Kronos/Saturn und Rhea ist er der ältere Bruder von Zeus/Jupiter. Neptun/Poseidon gehörte zu den mächtigsten Göttern. Zusammen mit Jupiter und Merkur soll er Zeuger des Orion gewesen sein. Sein Symbol ist der Dreizack, auf dem sich ein Fisch windet. In Homers Epos Odyssee bestimmte er das Schicksal der Helden.

Triton in einer Aufnahme durch Voyager 2
Bild: Triton in einer Aufnahme durch Voyager 2.