Eine kurze Einführung zu CEP

oder wie Sternkunde mit Zeitrechnung zusammenhängt


(Die Zählung der Tage bis zur äquinoktialen Planetenansammlung)


Die Geschichte der Zeitrechnung zeigt deutlich, dass sich die Menschen am Lauf der Himmelkörper zeitlich orientierten und dies in Kosmologie, Mythen und schließlich auch in Jahreszählungen Niederschlag fand.

Als ein Beispiel sei Plato aus dem Dialog des Timaios  zitiert:
...Solche Absicht und Erwägung Gottes lag der Entstehung der Zeit zugrunde: auf dass die Zeit entstünde, wurden Sonne, Mond und die fünf Sterne geschaffen, welche den Namen der Wandelsterne tragen, zur Unterscheidung und Bewahrung der Zeitmaße...
...Es ist jedoch nichtsdestoweniger möglich, zu beobachten, daß die vollständige Seitenzahl auch das vollständige große Jahr voll macht, dann, wenn die gegenseitigen Geschwindigkeiten aller acht Umläufe zugleich beendigt zu ihrem Ausgangspunkte zurückkehren, sofern man sie nach dem Kreise des Selbigen und sich gleichartig Bewegenden misst.

Im griechischen Mythos nach Homer kam es nach der Erschaffung der Menschen durch Prometheus zum Olympischen Symposium, das der Stoiker Heraklitos, gemäß der Homer'schen Erzählung, als Zusammentreffen (Konjunktion) der Planetengötter interpretiert.
... die Konjunktion der sieben Planeten in einem Sternzeichen entspreche diesen Worten von Homer, und auch die Zerstörung der Welt, wann immer diese geschehen sollte. Er (Homer) spielt auf einen Tumult des Universums an, wenn er Apollo, d.h. die Sonne und Artemis, die wir mit dem Mond, sowie die Sterne von Aphrodite, von Ares, von Hermes und von Zeus kennzeichnen, (zum Symposion) zusammenbringt.

Berossos, ein aus Babylon stammender bedeutender Priesterastronom, der am Übergang vom 4. zum 3. vorchristlichen Jahrhundert auf der griechischen Insel Kos eine Astrologenschule gründete, hinterließ in seinen Schriften ähnliche Ideen.

Aus dieser Vorstellung entwickelte sich die Lehre des "Großen Jahres", wie es Cicero im Traum des Scipio so beschrieb:
...Die Menschen messen nämlich gewöhnlich ein Jahr nur nach der Rückkehr der Sonne, also eines einzigen Sterns; wenn aber alle Sterne zum selben Punkt, von dem sie einmal aufbrachen, zurückkehren und die gleiche Figur des Gesamthimmels in langen Intervallen wiederholen, dann kann dies wahrlich ein "wendendes Jahr" genannt werden.

Anfang und Ende Welt stellte man sich so vor, dass die sieben bekannten Wandelsterne, also Sonne, Mond und die fünf in der Antike bekannten Planeten am selben Himmelsort stehen. Von der Erde aus betrachtet stehen diese Himmelkörper hintereinander in einer Reihe, wie an einer Perlenkette aufgefädelt.

Im antiken geozentrischen Weltbild stellte man sich diese Planetenstellung so vor:

geozentr. Weltbild

geozentrisches Weltbild
In den großen Kulturen weltweit finden sich Beispiele solcher Planetenansammlungen, die extrem selten und im Durchschnitt nur etwa alle 1000 Jahre einmal stattfinden:


3761BCE
Herbstäquinoktium 3761BC

Die Datierung der Schöpfung nach jüdischer Tradition und die Stellung der Planeten zur HerbstagundNachtgleiche des Jahres 3761 BC.
Erstmals erwähnt im Jüdischen Jahr 3600 in Seder Olam Rabbah durch Rabbi Jose Halafta um 160 AD.



3102BCE
17. Feb. 3102BC
Der Beginn des indischen Zeitalters Kali Yuga.
Zu Beginn des 6. Jh. dadierte Arybhata von Kusumpara das Kali Yuga auf den 17. Feb. 3102 BC auf einen Zeitpunkt,
wo eine enge Ansammlung der Planeten stattfand.
Auf dasselbe Jahr 3102 BC dadierte im islamischen Kulturkreis im 9. Jh der persische Mathematiker, Astronom und Astrologe Abu Ma'schar (Albumasar) die Flut.




1953BCE
5. März 1953BC
Eine enge Planetenstellung im März 1953 BC markiert den Beginn der chinesichen Zhuanxu Dynastie.


Zu Beginn des 6. Jh. kam es durch Dionysius Exiguus zur Erfindung der Jahre nach der Inkarnation von Jesus Christus (Anno Domini). Etwa 100 Jahre davor berichtet Nemesius, der Bischof von Emesa, wie die Christen sich das Ende der Welt vorstellen:

Wie die Stoiker sagen, wird der Weltenbrand und die Zerstörung allen Seins nach feststehenden Zeitperioden durch die Planeten verursacht, wenn sie, in Länge und in Breite, zum gleichen Zeichen zurückkommen, in dem ein jeder von ihnen am Anfang war, als die Welt zuerst geformt wurde. Dann von Anfang an wird die Welt von neuem wiederhergestellt. Da die Sterne ähnlich zurück gebracht werden, wird alles, was in der vorhergehenden Periode auftrat, ohne irgendeine Änderung wiederhergestellt. Es gibt wieder Socrates und Plato und jeden Mann, mit seinem Freund und Zeitgenossen. Sie werden genau dasselbe wieder erleben, und jede Stadt, jedes Dorf und jeder Acker wird in gleicher Weise wiederhergestellt. Diese Wiederkehr von Allem wird nicht nur einmal geschehen, die selbe Sache wird immer wieder endlos in Ewigkeit wiederhergestellt. So werden die Götter, die nicht Gegenstand der Zerstörung sind, als Zeugen jeder einzelnen Periode, alle Dinge kennen, die in den nachfolgenden Perioden erscheinen. Denn nichts wird unerwartet sein, was die Dinge betrifft, die vorher geschahen, sondern alles wird genau dasselbe ohne irgendeine Änderung bis in die kleinsten Details sein. Die Leute sagen, dass die Christen sich die Auferstehung auf diese Art der Wiederherstellung vorstellen, aber diese irren sich. Denn die Worte Christi lehren, dass die Wiederauferstehung nur einmal geschieht und nicht periodisch.

2000
4.-5. Mai 2000
Am 5. Mai 2000 trat eine enge Planetenansammlung ein.
Sie markierte das angepeilte Ende der Welt auf Grund der Festlegung von Anno Domini durch Dionysius Exiguus im 6. Jh.
Er legte gezielt das Datum von Christi Inkarnation 2000 Jahre vor die vorausberechnete Planetenansammlung.
(Politisch interessant: Als Termin für die Inauguration des russischen Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch Putin wurde der Tag dieser Planetenansammlung gewählt.)





Nun kommt die spannende Frage:

Wann tritt das nächste mal so eine Ansammlung aller klassichen in der Antike bekannten Planeten ein?



2675
20. März 2675; CEP = 0

Genau zum Frühlingsäquinotium, am 20. März 2675 werden alle Planeten bis zum Saturn wieder in einer Reihe stehen, doch diesmal sind sogar Uranus und Neptun nahe.
CEP zählt die Tage bis zu diesem kosmischen Ereignis.
(Wann je wieder so eine Planetenansammlung genau zur Frühlingstagundnachtgleiche auftritt, ist nicht berechenbar!)

Die Positionen der Himmelskörper-Modelle am Planetenweg "Himmel auf Erden" entsprechen dieser Planeten-Stellung.

Plan PLW
Plan des Planetenwegs HIMMEL auf ERDEN zwischen Rettenegg und Stuhleck


Diese kommende Ansammlung der Planeten in progradem Lauf genau zur Frühlingstagundnachtgleiche bietet die Chance die Zeitrechnung oder Teile davon auf eine neue Basis zu stellen. Ein erster Schritt dahin ist die Verwendung von CEP  als neues astronomisches Zeitrechnungssystem, basierend auf einem kosmologischen, kulturellen und anthropischen Prinzip. Es ist geeignet die obsolet gewordene Julianische Tageszählung (JDN) bzw. das Julianische Datum (JD) oder andere verwandte Datierungssysteme zu ersetzen.

JDN, die Julianische Tagesnummer und JD, das Julianische Datum basieren auf der Julianischen Periode der Anno Domini Jahre, vorgeschlagen  im Jahr 1583 von Joseph Scaligher als das gemeinsame Vielfache dreier liturgischer Zyklen. Ursprünglich wurde die Julianische Periode erfunden, um Daten zwischen verschiedenen Kalendern zu konvertieren, aber diente dazu nur Jahre von historischen Daten innerhalb des Intervall von 7980 Jahren seit 4713 vor Christus im Julianischen Kalender zu zählen.
Um diese Epoche zu berechnen wurden folgende Jahreszyklen des früheren liturgischen christlichen Kalenders benutzt:
Die Indiktion, eine bis 15 sich wiederholende Zählung der Jahre nach einem römischen Steuerzyklus unbekannten Ursprungs (I = 15)
Die Goldene Zahl, basierend auf dem Metonischen Zyklus (G = 19)
Dem Sonnenzyklus, basierend auf den sieben Wochentagen und dem 4- jährigen Schalttagszyklus (S = 7*4 = 28)
Scaligher fand dass eine fortlaufende Kombination dieser liturgischer Zyklen (S,G,I) sich erst nach 7980 (28*19*15) Jahren wiederholt und nannte sie Julianische Periode.
Scaligher setzte das Jahr 1 Anno Domini (wie es von von Dionysius Exiguus erstellt wurde) mit Nummer 9 des Sonnenzyklus, mit Nummer 1 der Goldenen Zahl und Nummer 3 der Induktion gleich, um damit vermutlich eine ihm heilige, numerologische oder kabbalistische Magie zu erfüllen.
Daraus entstand die Julianische Tageszahl (JDN), die Nummer, die einem ganzen Tag entspricht, gezählt ab dem 1 Jänner 4713 v. Chr. des proleptischen Julianischen Kalenders (24. November 4714 v.Chr des proleptischen Gregorianischen Kalenders)
Der britische Astronom John Herschel schlug 1849 in seinem Buch Outlines of Astronomy vor, das Scaliger’sche Schema zur Zeitmessung in der Astronomie zu verwenden und führte auch den dezimalen Anteil entsprechend der täglichen Uhrzeit ein.

Die SI-Basiseinheiten und CEP:

Derzeit wird weltweit daran gearbeitet, das Kilogramm so neu zu definieren, so dass es von einer Fundamentalkonstante der Natur abgeleitet werden kann. Dieses Vorhaben bekam eine besondere Dringlichkeit, da das Urkilogramm in 100 Jahren um ca 50 Mikrogramm leichter geworden ist. Es wird nun versucht das Kilogramm durch eine physikalische Konstante aus der Natur, wie das Plank'sche Wirkungsquantum oder die Anzahl von Siliziumatomen neu zu definieren:
Die wichtigsten SI- Basisgrößen, wie Länge (Meter), Zeit (Sekunde) , Masse (Kilogramm), Stromstärke (Ampere), Thermodyn. Temperatur (Kelvin), Stoffmenge (Mol) und Lichtstärke (Candela) orientieren sich damit an Naturkonstanten!

Die Orientierung der astronomischen Zeitrechnung an einem historisch einmaligen Naturereignis auf der Erde, nämlich der kommenden Planetenansammlung zur Frühlingstagundnachtgleiche, bietet daher die Chance auch die Zeitrechnung auf eine wissenschaftliche, von Religionen unabhängige, säkulare und reale Basis zu stellen, die sich sich auf ein zukünftiges Ereignis des Sonnensystems stützt.



Das heutige CEP Datum ist: 



Graphiken erstellt mit Hilfe von skyviewcafe.com (Die jeweilig stattfindende Neumondstellung kann in diesem Maßstab nicht dargestellt werden)
CEP-240.330